Feuilleton - Westfälischer Anzeiger, Hamm, Fr. 25.1.2002 | |
Zwerge, Ruinen Höhlen | |
Von Elisabeth Elling Duett über Kirchenfenster Anthes' Musik ist zugänglich anschaulich und streckenweise zauberhaft schön. Etwa in dem Satz "Heliodor" über Hans Kaisers moderne Glasfenster in der romanischen Soester Patrokli-Kirche, einem Duett für Klavier und Bassklarinette (Angelika Nisier). Die dichte, licht flimmernde Textur der Klavierstimme - ein gemächliches Auf und Ab, vielleicht der Lauf der Sonne - wird grundiert vom ruhigen, erdigen Atem des Blasinstruments. Von Orten und Geschichten ließ sich die in Soest lebende Musikerin inspirieren. Ihre sechs Programmstücke erschließen ein vielfältiges Vokabular, mit dem sie ihre Wahrnehmungsweisen offen legt, statt sie zu verrätseln. Entsprechend gelöst spielt das Quartett Caligari (neben Anthes, Niscier und Morsey noch Schlagzeuger Holger Naust), das von der Vokalistin Irmela Stadler sowie dem Perkussionisten und Klangtüftler Christoph Hillmann verstärkt wird. | ![]() | |||||
Die Pianistin Claudia Anthes (vorn) komponierte die "Hellweg Suite", in Unna uraufgeführt mit Irmela Stadler (li.), Angelika Niescier (re.), Christoph Hillmann (o.li.), Holger Naust (Mi.) und Alexander Morsey. - Foto Peloso | ||||||
bündelt - ein greller Kontrast zum tastenden Gestus des Satzes "Kathedralenruine". 31.1. Hamm (Kulturrevier Radbod); 1.2. Erwitte (Schloß Landsberg); 2.2. Fröndenberg (Kettenschmiede-Museum); 8.2. Soest (Burghofmuseum); 14.2. Hemer (Musikschule); 15.2. Schwerte (Rohrmeisterei); 17.2. Lippstadt (Stiftskirche Cappel) | ||||||
Ein dramatisches Geschehen zeichnet der Satz "Moria" über das Felsenmeer Hemer nach. Anthes lehnt sich dabei an eine Sage von der Entstehung der bizarren Landschaftsformation an. Das Nibelungen-Idyll - eine beschwingte Ensemble-Strecke erzählt vom emsigen Werkeln der Zwerge - gerät aus den Fugen, das Saxofon transportiert die aufgebrachte Klage des Zwergenkönigs über das Chaos, das die Riesen angerichtet haben. | ||||||